Veröffentlicht am 12. März 2026

Ich beobachte in verschiedensten Communities mit einer Mischung aus Faszination und Schaudern, wie sich absolute Laien daran machen, Software zu bauen. Aber nicht irgendwelche kleinen Produktivitäts-Helfer oder interne Software, sondern Software-Produkte, die dann möglichst echte Menschen als Kunden nutzen sollen.
Das ist ein Albtraum. Nicht, weil ich es ihnen nicht gönnen würde, das zu tun (im Gegenteil). Sondern weil die LLMs aktuell noch nicht an einem Punkt sind, an dem sie das mit ein paar Wischiwaschi-Prompts und ohne Kenntnis und Verständnis der technischen Grundlagen könnten.
Das Beispiel aus dem Screenshot mit Claude hat mir das eben wieder vor Augen geführt. Die Aufgabe war vordergründig simpel: Verschiebe einen Button von A nach B. Was er produziert hat, war viel zu komplex (Fehler 1). Ich lenke ihn also in Richtung einer Korrektur und plötzlich wird es noch komplexer, weil er einen Parameter (clientId) benötigt, für den ich gar keinen Sinn erkennen kann. Ich lasse ihn also die Ursache analysieren, anstatt das als gegeben anzunehmen (Fehler 2). Das funktioniert, aber die Schlussfolgerung ist schlicht falsch (Fehler 3). Kein seriöser Entwickler würde zu dieser kommen.
Wenn nun ein Laie davor sitzt und das Ergebnis nur danach bewerten kann, ob es den Anschein erweckt zu funktionieren, gehen schon diese Details unter. Wer jetzt einwendet: Egal, muss ja kein Mensch verstehen können, der übersieht, dass es diese Dinge sind, die Komplexität wachsen und das Ganze am Ende scheitern lassen.
Also liebe Leute, egal was euch erzählt und verkauft wird: Solange ihr euer Auto nicht auf Basis von YouTube-Videos selbst repariert, sondern lieber in die Werkstatt fahrt, überlegt euch gut, ob ihr bei der Entwicklung von Software auf Expertenwissen verzichten möchtet.